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Geschlossene Entgratzelle in einer Fertigungshalle: eine raumhohe helle Einhausung, links davor eine Reihe von Schaltschränken mit Bedienfeldern, Not-Halt und Hauptschaltern, rechts eine Schutzgittertür mit Sicherheitsschalter, darüber die Medienführung der Halle

Der Grat sitzt dort, wo kein Werkzeug hinkommt.

Roboterzelle mit Einzelroboter

Bei innen verzweigten Bauteilen entsteht der Grat nicht an der Oberfläche, sondern im Inneren — an den Verschneidungen von Querbohrungen, an Kanalkreuzungen, an Bohrungsaustritten. Eine Bürste oder ein Fräser müsste dort hineinreichen. Das geht nicht.

1 · Die Herausforderung

Innen verzweigt, von außen nicht zugänglich

Kommt hinzu: Das Teilespektrum wechselt. Eine Vorrichtung, die für ein Bauteil ausgelegt ist, passt für das nächste nicht mehr.

Wo dieses Problem auftritt

VentilblöckeHydraulikblöckeGetriebegehäuseMotorblöckePumpengehäuseTurboladergehäuseLenkgehäuse

Überwiegend Aluminium-Druckguss. Alle sieben haben dasselbe Merkmal: innenliegende Kanäle mit Querbohrungen und Verschneidungen. Genau an den Kreuzungspunkten entsteht der Grat, an den man von außen nicht herankommt.

Welche Grate gemeint sind

BohrgrateQuerbohrungsgrateKreuzbohrungsgrateAustrittsgrateFräsgrateGussgrateFlitter

Vier davon sitzen an oder in Bohrungen. Das ist kein Zufall, sondern der Kern der Aufgabe. Eine feste Standard-Gratart gibt es nicht — maßgeblich ist die Bauteilgeometrie.

2 · Die Engineering-Überlegung

Zwei Größen entscheiden vor der Maschine

Bevor über eine Maschine entschieden wird, wird das Bauteil bewertet.
  • Die Gratwurzel

    Wo der Grat ansetzt und wie fest er sitzt. Nicht „der Grat“ ist das Problem, sondern seine Wurzel.
  • Die Zugänglichkeit der Entgratstelle

    Ob ein Strahl sie überhaupt erreichen kann. Das ist die eigentliche Grenze des Verfahrens, nicht der Werkstoff.

Dazu kommen Werkstoff, Bauteilgeometrie, Größe und Gewicht, Taktzeit, Restschmutzanforderung, Werkstückaufnahme und Automatisierungsgrad.

Der Werkstoff ist dabei selten das Entscheidende. Aluminium, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Zinkdruckguss und Kunststoff sind alle bearbeitbar. Ob das Verfahren passt, entscheiden Geometrie, Gratwurzel und Zugänglichkeit.

Wechselt das Teilespektrum, spricht das für eine bewegliche Strahlführung statt fester Düsen. Bleibt es gleich, prüfen wir die wirtschaftlichere stationäre Lösung — auch wenn das gegen die aufwendigere Anlage spricht.

3 · Das Maschinenkonzept

Die Roboterzelle mit Einzelroboter — unser Standardkonzept

Aus dieser Abwägung folgt bei wechselnden Bauteilen und verteilten Entgratstellen die Roboterzelle mit Einzelroboter.
  • 01

    Der Roboter führt die Düse

    An jede Entgratstelle, auch in Querbohrungen und Innenkanäle. Standard ist KUKA; ABB, FANUC und Yaskawa setzen wir ebenso ein, wenn Ihre Werksnorm es vorgibt.
  • 02

    Die Düsen sind das Werkzeug des Verfahrens

    Wir arbeiten mit Standarddüsen — und konstruieren und fertigen eigene Düsengeometrien, wenn die Anwendung es erfordert. Das ist der Unterschied zwischen Verfahrensentwicklung und Anlagenmontage.
  • 03

    Der Wasserkreislauf ist geschlossen

    Filtration gehört zu jeder Anlage; eine weitergehende Wasseraufbereitung integrieren wir projektabhängig.
  • 04

    Sicherheitstechnik nach Risikobeurteilung

    Schutzzäune, Sicherheitstüren, Lichtgitter — legen wir nach Risikobeurteilung aus.

Wo das Konzept erweitert wird

  • 01

    Vision-System

    Erkennt Lage oder Ergebnis.
  • 02

    Werkzeugwechsler

    Mehrere Düsenwerkzeuge in einer Zelle, im Prozess gewechselt. So bekommt jede Gratstelle das passende Werkzeug statt eines Kompromisses für alle.
  • 03

    Barcode- und DataMatrix-Systeme

    Bauteilidentifikation, Entgratprogramm je Teil, Ergebnis je Teil rückschreibbar.
  • 04

    Automatische Beladung

    Projektabhängig.
  • 05

    Verkettung mit weiteren Anlagen

    Projektabhängig.
  • 06

    Drehtisch

    Projektabhängig.

4 · Das Ergebnis — und sein Nachweis

Zwei Ergebnisse werden nachgewiesen

Ist der Grat weg, und ist das Teil sauber? Wir prüfen beides.
SichtprüfungKameragestützte PrüfungRestgratprüfungRestschmutzanalyseProzessüberwachung

Die Prozessüberwachung ist qualitativ etwas anderes als die übrigen vier: Sie prüft nicht das Einzelteil, sondern hält den Prozess im Fenster — die Voraussetzung dafür, dass nicht jedes Teil geprüft werden muss.

Abgrenzung

Wann eine andere Lösung passt

  • 01

    Roboterzelle mit Doppelroboter

    Wenn die Taktzeit mit einem Roboter nicht erreichbar ist.
  • 02

    Stationäre Wasserstrahlentgratanlage

    Wenn immer dasselbe Bauteil in fester Spannlage läuft und feste Düsensysteme genügen. Dann ist sie wirtschaftlicher.
  • 03

    Rundtakt-Wasserstrahlentgratanlage (Sonderlösung)

    Wenn Rüst- und Spannzeit im Verhältnis zur Bearbeitungszeit erheblich sind.
  • 04

    Industrielle Reinigung

    Wenn kein Grat zu entfernen, sondern nur zu reinigen ist.

Grenzen

Wann Wasserstrahlentgraten nicht die richtige Wahl ist

Wasserstrahlentgraten ist nicht die optimale Lösung, wenn
  • Definierte Fasen oder Radien sollen erzeugt werden

    Das Verfahren entfernt Grate, es ersetzt keine spanende Bearbeitung.
  • Sehr fest anhaftende oder massive Grate liegen vor

    Sie müssen konstruktiv oder fertigungstechnisch anders beseitigt werden.
  • Die Entgratstelle ist mit keinem geeigneten Düsenkonzept erreichbar

  • Das Verfahren ist wirtschaftlich nicht sinnvoll

    Etwa bei sehr kleinen Stückzahlen oder wenn ein einfacheres Entgratverfahren ausreicht.
  • Ein anderes Verfahren erfüllt die Anforderungen besser

    Technisch oder wirtschaftlich.

Sagen Sie uns früh, was Sie vorhaben. Wenn ein anderes Verfahren besser passt, sagen wir das.

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Pettendorf bei Regensburg
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