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Gießereihalle: glühendes Metall läuft aus einer Pfanne, im Vordergrund gestapelte Aluminium-Gussteile und ein Gitterkorb mit Rohteilen

„Wir bekommen den Grat nicht weg.“ — und das Teil hat den ersten Bearbeitungsschritt noch vor sich.

Gießerei und Druckguss

Gussgrate, Flitter, eingebrannte Verschmutzungen, Kernreste in Hohlräumen, Restschmutz, Wiederholgenauigkeit — das ist die Aufgabe. Die Anlage ist ihr Ergebnis.
KI-generierte Darstellung — keine Aufnahme einer gelieferten Anlage

1 · Die Herausforderung

Hier entsteht das Bauteil — und mit ihm alles, was später entfernt werden muss

Das ist die Besonderheit dieser Branche: Sie steht am Anfang der Kette, nicht in der Mitte. Ein Gussteil, das die Gießerei mit Rückständen verlässt, ist kein Gießereiproblem. Es wird eines beim Kunden des Kunden.
  • Der Grat ist ein Gussgrat, kein Fräsgrat

    Er entsteht nicht beim Zerspanen an einer definierten Kante, sondern an der Formteilung und an Übergängen — und er tritt als Flitter auf, in Form loser Gratreste, die sich später ablösen. Wo sie hinfallen, entscheidet nicht die Konstruktion.
  • Die Verschmutzung ist eingebrannt

    Aus dem Gießprozess bleiben Rückstände am Bauteil, die anders haften als Öl oder Emulsion aus der Zerspanung. Der schwierigste Fall, den wir kennen — und der einzige, bei dem wir die Machbarkeit ausdrücklich vorher klären.
  • Das Innere ist nicht leer

    Aluminium-Druckgussteile mit Hohlräumen entstehen über Kerne. Was danach im Bauteil bleibt, muss heraus — aus Geometrien, die genau dafür gebaut wurden, unzugänglich zu sein.

Wie das Problem beim Kunden klingt

„Wir bekommen den Grat nicht weg.“ · „Die Teile kommen nicht sauber raus.“ · „Die Teile haben Flecken.“ · „Die Restschmutzwerte passen nicht.“ · „Die Sauberkeitsanforderung wird nicht erfüllt.“

Der letzte Satz kommt in dieser Branche oft nicht vom eigenen Qualitätswesen, sondern vom Abnehmer. Wer für die Automobilindustrie oder den Maschinenbau gießt, erbt deren Sauberkeitsanforderung — und muss sie erfüllen, bevor das Teil das Haus verlässt.

2 · Um welche Bauteile es geht

Was am Gussteil anders ist

Vier Merkmale, die es so nur am Rohteil gibt — und die alle in der Auslegung ankommen.
Aluminium-DruckgussteileGussteileBauteile mit ausgewaschenen Salzkernen
  • Gussgrat und Flitter

    Lose Gratreste, die sich ablösen und im Bauteil wandern.
  • Eingebrannte Rückstände

    Haften anders als Öl und Emulsion — der schwierigste Reinigungsfall.
  • Hohlräume aus der Kernfertigung

    Nur zugänglich, wenn das Medium hineingeführt wird.
  • Rohteilzustand

    Das Teil ist noch nicht zerspant — Maßhaltigkeit und Oberfläche sind noch nicht final.

Salzkerne auswaschen

Wir haben Anlagen für das Auswaschen von Salzkernen gebaut. Das ist kein Reinigungsschritt im üblichen Sinn, sondern ein Fertigungsschritt: Der Kern hat seine Aufgabe erfüllt, sobald das Bauteil erstarrt ist — und muss danach vollständig aus dem Hohlraum heraus. Was zurückbleibt, ist kein Schmutz, sondern ein Rest des Werkzeugs.

Es gibt dafür keine Standardbauart. Die Anlage entsteht nach der Geometrie des Hohlraums, nicht nach einem Katalog.

Werkstoffe

Aluminium und Aluminium-Druckguss sind der Schwerpunkt. Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Zinkdruckguss und Kunststoff bearbeiten wir ebenso — es gibt keine Grenze am Werkstoff. Welcher Werkstoff und welcher Werkstoffzustand vorliegt, ist einer der Faktoren, die die Auslegung bestimmen.

3 · Welche Anforderungen daraus folgen

Nicht nur, was Ihr Teil braucht — was Ihr Abnehmer verlangt

Die erforderliche Bauteilsauberkeit richtet sich nach dem nachfolgenden Fertigungsprozess. In der Gießerei ist das meistens die Zerspanung — und dahinter steht ein weiterer Kunde.
  • Restschmutzwerte

    Die zulässige Partikelmenge und -größe im Bauteil.
  • Technische Sauberkeit

    Der Nachweis dafür — wo gefordert nach VDA 19 / ISO 16232.
  • Gratfreiheit

    Dass kein loser Rest im Bauteil verbleibt.
  • Eignung für den Folgeprozess

    Zerspanung, Beschichtung, Montage beim Abnehmer.
  • Wiederholgenauigkeit

    Dass nicht ein gutes Teil, sondern jedes Teil das Ergebnis erreicht.

Zwei Ergebnisse sind nachzuweisen, nicht eines: Restgrat — ist der Grat weg? Und Restschmutz — ist das Teil sauber? Beide Nachweise laufen über einen Ansprechpartner, aber nicht beide über dieselbe Hand: Die Restschmutzanalyse führt ein unabhängiges, akkreditiertes Prüflabor durch, nicht wir. Das ist Absicht — an dieser Zahl hängt unsere Freigabe, und sie soll nicht von uns kommen.

4 · Welche Lösungen darauf antworten

Das Medium muss in den Hohlraum

Wo Sprühen am Spritzschatten scheitert, führen Tauchen und Fluten zum Ergebnis. Erst jetzt, nachdem Bauteil und Anforderung stehen, wird über die Bauart gesprochen.

4.1 · Reinigen

Tauch-Spritzanlage

Wenn ein Bauteil beides braucht: zugängliche Außenflächen und innenliegende Hohlräume. Beide Verfahren laufen in einer hermetisch dichten Kammer, die Charge dreht und schwenkt in allen Achsen.

Tauchanlage

Wenn Werkstück oder Schüttgut vollständig in das Medium eingetaucht werden muss, damit es alle Bereiche sicher erreicht.

Kammerreinigungsanlage

Wechselndes Teilespektrum, mehrere Prozessschritte in einer geschlossenen Kammer. Für Schüttgut in der Regel als Flutreinigung innerhalb der Kammer.

Ultraschall ergänzen wir dort, wo Tauch- und Flutprozesse zum Einsatz kommen. Bei eingebrannten Verschmutzungen sprechen Sie uns früh an: Wir klären die Machbarkeit, bevor Sie planen — nicht danach.

4.2 · Entgraten — Gussgrat und Flitter

Der Hochdruckwasserstrahl entfernt Grate und trägt sie zugleich aus dem Bauteil aus. Bei Gussteilen ist genau das der Punkt: Ein abgelöster Flitter, der im Hohlraum liegen bleibt, hat das Problem nur verschoben.

Für das Entfernen von Flitter führen wir den Begriff Flitterentgraten — es läuft über integrierte Robotersysteme, auch bei komplizierter Geometrie und hohen Restschmutzanforderungen. Den Druck legen wir nach der Aufgabe aus, nicht nach Katalog.

4.3 · Das richtige Medium ist Teil der Auslegung

Gerade bei Aluminium und bei eingebrannten Rückständen entscheidet die Prozesschemie mit über das Ergebnis — und ebenso über Korrosionsschutz und Passivierung. Wir entwickeln und produzieren keine eigenen Reinigungschemikalien. Die Auswahl geeigneter Prozessmedien ist aber Bestandteil der Projektierung: Wir wählen sie aus, stimmen sie gemeinsam mit etablierten Chemieherstellern auf Ihren Prozess ab und integrieren sie in die Anlage.

Und darunter gilt: Es gibt keine feste Regel „Bauteil X → Maschine Y“. Bauteilgeometrie, Verschmutzungsart, Restschmutzanforderung, Stückzahl, Taktzeit, Produktionskonzept, Automatisierungsgrad, Werkstückaufnahme, künftige Erweiterbarkeit und Wirtschaftlichkeit entscheiden gemeinsam.

5 · Warum beides zusammengehört

Bei Gussteilen fallen beide Aufgaben nicht nacheinander an, sondern ineinander

Der Gussgrat ist ein Formfehler, solange er sitzt — und Restschmutz, sobald er sich löst.

Wer beides getrennt beauftragt, hat eine Schnittstelle genau an der Stelle, an der das Problem entsteht. Wo die technische Sauberkeit über das hinausgeht, was der Entgratprozess mitliefert, schalten wir eine vollständige Reinigungsanlage nach — ausgelegt auf dasselbe Bauteil, von denselben Konstrukteuren.

6 · Wo wir abraten

Vor dem Angebot, nicht bei der Abnahme

  • Unrealistisch niedrige Restschmutzforderungen

    Wo eine Anforderung technisch nicht erreichbar ist, sagen wir das vorher ab.
  • Eingebrannte Verschmutzungen

    Kein Ausschlussgrund, aber der einzige Fall, bei dem wir die Machbarkeit ausdrücklich vorher prüfen wollen.
  • Definierte Fasen oder Radien

    Erzeugt der Wasserstrahl nicht. Er entfernt den Grat, er formt die Kante nicht.
  • Sehr fest anhaftende oder massive Grate

    Lassen sich mit dem Wasserstrahl nicht wirtschaftlich entfernen — hier ist konstruktiv oder fertigungstechnisch anzusetzen.

Und beim Sprühen entsteht Spritzschatten. Bei komplexen Geometrien mit vielen Sacklöchern liefern Tauchen und Fluten die besseren Ergebnisse.

7 · Wo wir in Gießerei und Druckguss stehen

Direkte Kunden, nicht nur mittelbar erreichte Zulieferer

Gießereien und Druckgussbetriebe beauftragen uns unmittelbar. Zu unseren Kunden zählen außerdem Schmiedebetriebe.

Bereits realisiert

Industrielle ReinigungHochpräzisions-Wasserstrahlentgraten

Das ist kein Zufall der Akquise, sondern die Folge der Bauteile. Getriebe-, Pumpen- und Motorgehäuse sowie Ventilblöcke werden überwiegend aus Aluminium und Aluminium-Druckguss gefertigt — sie entstehen also hier, bevor sie in Automobil- und Maschinenbau verbaut werden. Wo diese Teile gegossen werden, entstehen Gussgrate und Flitter. Dort steht das Verfahren.

Dasselbe Bauteil, zwei Blickwinkel: Was hier als Rohteil entsteht, taucht auf unserer Seite zur Automobilindustrie als zu bearbeitendes Bauteil wieder auf — von der anderen Seite der Lieferkette aus gesehen.

8 · Lieferumfang

Fertigungstiefe, Abnahme und digitaler Anlagenlebenszyklus

Direkter Kontakt

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