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Nicht die Anlage entscheidet, wie gereinigt wird — sondern wo das Medium hinkommen muss.

Reinigungsverfahren

Zwei Bauteile können gleich groß und gleich schmutzig sein und trotzdem völlig verschiedene Verfahren brauchen — der Unterschied liegt in der Zugänglichkeit.

1 · Die Herausforderung

Je komplexer die Geometrie, desto eher Tauchen oder Fluten

Ein flaches Blechteil ist von außen erreichbar, ein Motorblock mit Querbohrungen und Sacklöchern nicht. Je komplexer die Geometrie und je mehr Bohrungen und Sacklöcher, desto eher Tauchen und Fluten statt Sprühen — das ist die Abgrenzungslogik in einem Satz und der Grund, warum es mehr als ein Verfahren gibt.

2 · Der Grundprozess

Der Grundprozess ist fast immer derselbe

Was sich zwischen den Anlagen unterscheidet, ist nicht die Reihenfolge, sondern wie das Medium an das Bauteil kommt. Genau das beschreiben die Verfahren.
  1. 01ReinigenSprühen, Tauchen oder Fluten — einzeln oder kombiniert.
  2. 02SpülenGetrennte Behälter verhindern Vermischung.
  3. 03TrocknenUmluft oder Infrarot.
  4. 04Zweites Spülen oder Trocknenje nach AuslegungJe nach Anforderung.
  5. 05Abblasen oder Vakuumtrocknungje nach AuslegungBei hohen Trocknungsanforderungen.
Medienführung an der Längsseite einer Reinigungsanlage: zwei Steigleitungen tragen grüne Beschriftungsschilder „Spülen I" und „Spülen II", die waagerechte Leitung darunter ist mit „Frischwasser" gekennzeichnet; dazwischen Absperrventile, ein Manometer und die Verschlusshebel der Wartungsklappen
Was als Ablauf beschrieben wird, steht an der Anlage: Diese Linie hat zwei Spülstufen, jede mit eigener Steigleitung und eigenem Absperrventil, dazu die Frischwasserzuführung. Eine zusätzliche Stufe ist keine Zeile im Angebot, sondern eine Leitung mehr.

3 · Die Verfahren

Fünf Verfahren und die Trocknung

Spritzreinigung

Einfache Geometrien, wenige Bohrungen und Sacklöcher — flächig und schnell, aber mit Spritzschatten.

Tauchreinigung

Komplexe Bauteile mit vielen Bohrungen und Sacklöchern — wenn das Werkstück vollständig ins Medium muss.

Flutreinigung

Komplexe Geometrien und schwer erreichbare Bereiche — das Medium wird mit hohem Volumen über und um das Werkstück geführt.

Lanzentechnik

Viele Bohrungen und Durchgangsbohrungen — gezielt statt flächig gereinigt.

Trocknung

Der Abschluss jedes Prozesses — bei hohen Anforderungen mit Vakuumtrocknung.

Ultraschall und Vakuumtrocknung sind Optionen, keine Verfahren. Eine Option ergänzt ein Verfahren, sie ersetzt es nicht: Ultraschall setzen wir überwiegend in Tauch- und Flutprozessen ein, Vakuumtrocknung bei hohen Trocknungs- und Restschmutzanforderungen.

Kommt Grat hinzu, ist Wasserstrahlentgraten die bessere Lösung.

4 · Wie die Entscheidung fällt

Das Verfahren ist das Ergebnis der Auslegung

Entschieden wird es erst, wenn Bauteil, Verschmutzung, Restschmutzanforderung, Taktzeit, Stückzahl und Materialfluss geklärt sind — und gemeinsam, nicht anhand eines einzelnen Merkmals.

Ein Verfahren steht selten allein. Häufig werden mehrere kombiniert: gespritzt, wo die Fläche zugänglich ist, getaucht oder geflutet, wo sie es nicht ist, und gezielt mit Lanzen, wo eine Bohrung durchströmt werden muss.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur Verfahrenswahl

Können Innenflächen und Innengeometrien gereinigt werden?

Ja — dafür ist die Verfahrenswahl da. Der Unterschied liegt in der Zugänglichkeit: Ein flaches Blechteil ist von außen erreichbar, ein Motorblock mit Querbohrungen und Sacklöchern nicht. Bei zugänglichen Flächen genügt Sprühen; bei verdeckten Bereichen entsteht Spritzschatten. Dann führt der Weg über Tauchen, Fluten oder Lanzentechnik, die das Medium gezielt statt flächig führt.

Welche Verfahren lassen sich kombinieren?

Ein Verfahren steht selten allein. Häufig werden mehrere kombiniert: gespritzt, wo die Fläche zugänglich ist, getaucht oder geflutet, wo sie es nicht ist, und gezielt mit Lanzen, wo eine Bohrung durchströmt werden muss. Ultraschall und Vakuumtrocknung sind dabei Optionen, keine Verfahren — eine Option ergänzt ein Verfahren, sie ersetzt es nicht.

Wann ist Ultraschall sinnvoll?

Ultraschall ist eine Option innerhalb eines Tauch- oder Flutprozesses, kein eigenständiges Verfahren. Wir setzen ihn überwiegend dort ein, wo im Bad zusätzliche mechanische Wirkung gebraucht wird. Ob er im konkreten Fall trägt, entscheidet die Auslegung.

Warum bleiben Späne auf meinen Bauteilen?

Weil das Medium nicht dorthin kommt, wo der Span sitzt — und das ist fast immer eine Frage des Verfahrens, nicht der Anlage. Reicht Sprühen für die Geometrie nicht aus, führt der Weg über Fluten, Tauchen oder Lanzentechnik. Kommt zum Span noch ein Grat an einer Verschneidung hinzu, ist es kein Reinigungs-, sondern ein Entgratproblem: Dann ist Wasserstrahlentgraten die bessere Lösung.

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