Die Begriffe, mit denen wir arbeiten — kurz erklärt.
Glossar
Diese Plattform lebt von Fachsprache. Für Ingenieure ist sie selbstverständlich; für die Suche und für Leser aus angrenzenden Bereichen ist sie es nicht. Deshalb hier die tragenden Begriffe, jeweils in zwei Sätzen.
A bis Z
Zwanzig Begriffe, die auf dieser Plattform tragen
Bierstein
Mineralisch-organische Ablagerung in Brauerei- und Getränkeanlagen, vor allem aus Calcium-, Oxalat- und Eiweißverbindungen. Er haftet fest und lässt sich nur mit gezielter Reinigung entfernen.
DI-Wasser
Deionisiertes (vollentsalztes) Wasser, dem gelöste Salze entzogen wurden. Es wird eingesetzt, wo Flecken- und Rückstandsfreiheit oder hohe technische Sauberkeit gefordert sind.
Durchlaufprinzip
Bauform, bei der das Bauteil aufeinanderfolgende Zonen durchläuft, statt in einer Kammer zu verbleiben — die Teile warten nicht, sie fließen. Sie kommt infrage, wo die Fertigung Takte in der Größenordnung von Sekunden und einen durchgehenden Fluss in der Linie verlangt.
Fertigungstiefe
Der Anteil der Wertschöpfung, der im eigenen Haus entsteht. Bei ITR liegen alle Gewerke einer Anlage an einem Ort — Konstruktion, Schaltschrankbau, Blechfertigung, Programmierung, Montage, Dokumentation und Service.
Gratwurzel
Die Stelle, an der ein Grat am Bauteil ansetzt — häufig an der Verschneidung zweier Bohrungen. Nicht der Grat selbst ist das eigentliche Problem, sondern seine Wurzel, weil sie mechanisch oft nicht erreichbar ist.
Hauptzeit und Nebenzeit
Hauptzeit ist die eigentliche Bearbeitung, Nebenzeit alles drumherum — Be- und Entladen, Rüsten. Im Rundtaktprinzip laufen Be- und Entladen parallel zur Bearbeitung, sodass die Nebenzeit aus dem Takt fällt.
Kaskadensystem
Mehrstufige Spülführung, bei der das Wasser gegenläufig von der saubersten zur schmutzigsten Stufe wandert. So wird Frischwasser gespart, ohne die Spülqualität zu senken.
Passivierung
Erzeugung oder Erhalt einer dünnen, schützenden Oberflächenschicht, die das Bauteil vor Korrosion bewahrt. Sie ist oft eine Anforderung an den Reinigungsprozess, nicht erst an einen Folgeschritt.
Prozesssicherheit
Die Fähigkeit einer Anlage, die geforderte Qualität dauerhaft und reproduzierbar im vorgesehenen Betrieb zu erreichen — nicht einmal bei der Abnahme, sondern in jeder Schicht.
Reinigungsanlage, Teilereinigungsanlage, Teilewaschanlage
Drei Namen für dieselbe Maschine — die Begriffe sind im Markt nicht einheitlich. Verbreitet sind außerdem Bauteilreinigung, Reinigungsmaschine und Reinigungstechnik. ITR schreibt durchgängig Reinigungsanlage; die Disziplin heißt industrielle Teilereinigung, weil Reinigung allein auch Gebäude- und Behälterreinigung bezeichnet.
Restgrat
Der nach dem Entgraten verbliebene Grat. Er ist eines von zwei getrennt nachzuweisenden Ergebnissen — das andere ist der Restschmutz.
Restschmutz
Die nach der Reinigung auf dem Bauteil verbliebene Verunreinigung, partikulär oder filmisch. Er wird gemessen, nicht besichtigt — über Anzahl, Größe und Masse der Partikel.
Rundtaktprinzip
Bauform mit festen Prozessstationen, bei der an einer einzigen Position be- und entladen wird — parallel zur Bearbeitung, sodass die Nebenzeit aus dem Takt fällt. Das setzt einen definierten Serienprozess mit gleichbleibender Prozessfolge voraus. Im Haus tragen sowohl Rundtakt-Reinigungs- als auch Rundtakt-Wasserstrahlentgratanlagen das Kürzel „RT“, weshalb es nie unqualifiziert verwendet wird.
Schwadenkondensator
Baugruppe, die aufsteigende Dämpfe niederschlägt und das Kondensat in den Prozess zurückführt, statt es über einen Kamin abzuführen. Sie senkt Energie- und Wasserverbrauch.
Spritzschatten
Bereiche eines Bauteils, die beim Sprühreinigen vom Medium nicht direkt erreicht werden, weil sie verdeckt liegen. Der Spritzschatten ist keine Schwäche der Anlage, sondern eine Eigenschaft des Verfahrens — und ein Grund, komplexe Teile zu tauchen oder zu fluten.
Taktzeit
Die Zeit, die je Bauteil oder Charge zur Verfügung steht. Für die Auslegung entscheidet die Größenordnung, nicht die Sekundenzahl: Sind mehrere Minuten je Zyklus zulässig, kommt eine Kammeranlage infrage; verlangt die Fertigung Takte in Sekunden, eher eine Durchlauf- oder Rundtaktanlage.
Technische Sauberkeit
Ein definierter, messbarer Sauberkeitszustand nach Norm, ausgedrückt über Partikelanzahl und -größe. „Sauber“ ist damit kein Anblick, sondern ein prüfbarer Wert.
VDA 19.1 und ISO 16232
Die einschlägigen Normen für die Prüfung der technischen Sauberkeit funktionsrelevanter Bauteile. Sie legen fest, wie Partikel vom Bauteil extrahiert und anschließend analysiert werden, damit ein Sauberkeitswert vergleichbar und wiederholbar ist.
Verschneidung
Die Stelle, an der zwei gebohrte Kanäle im Inneren eines Bauteils aufeinandertreffen. Dort entsteht ein Grat, und dorthin kommt kein mechanisches Werkzeug — nicht, weil es zu groß wäre, sondern weil kein Weg hinführt.
Werkstückaufnahme
Die Vorrichtung, die das Bauteil im Prozess hält — auch Warenträger oder Werkstückträger. Sie ist kein Zubehör, sondern wesentlicher Bestandteil des Anlagenkonzepts: Ihre Konstruktion bestimmt mit, wo Spritzschatten entsteht und ob die Düsen an das Bauteil kommen.
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Wo die Begriffe in der Sache stehen
Das Glossar erklärt die Wörter. Was dahintersteht, tragen die Fachseiten.
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