Durchlaufreinigungsanlage
Hohe Stückzahlen gleichartiger Bauteile in der Linie, Takte in der Größenordnung von 20 bis 30 Sekunden. Die Taktzeit stellen wir über die Maschinenlänge ein.

„Die Restschmutzwerte passen nicht.“

1 · Die Herausforderung
„Die Teile kommen nicht sauber raus.“ · „Da ist zu viel Öl drauf.“ · „Die Teile haben Flecken.“ · „Wir bekommen den Grat nicht weg.“ · „Die Restschmutzwerte passen nicht.“ · „Die Sauberkeitsanforderung wird nicht erfüllt.“
Zwei dieser Sätze beschreiben dasselbe. Ein Grat, der bleibt, löst sich später und wandert dorthin, wo das Bauteil arbeitet — in Öl- und Hydraulikkanäle, an Ventile, in Pumpen und Getriebe. Ein abgelöster Grat im Kanal ist kein Formfehler, sondern Restschmutz. Wer den Grat als Entgratthema und den Restschmutzwert als Reinigungsthema behandelt, trennt zwei Seiten derselben Aufgabe.
Am häufigsten aus einem neuen Fahrzeugprojekt. Daneben: ein neues Bauteil, ein neuer Fertigungsprozess, eine neue Produktionslinie, neue Qualitätsanforderungen. Allen fünf ist gemeinsam, dass nicht die alte Anlage das Problem ist, sondern die neue Aufgabe — in dieser Branche kein Sonderfall, sondern der Normalzustand.
2 · Um welche Bauteile es geht
Motorblöcke und Zylinderköpfe sind die anspruchsvollsten Reinigungsteile der Branche — nicht wegen ihrer Größe, sondern wegen ihrer Innenstruktur. Kühl- und Ölkanäle, Sacklöcher, Durchgangsbohrungen und Gewinde führen durch das gesamte Bauteil. Ein Sprühstrahl trifft die Außenfläche; er erreicht nicht das Ende einer tiefen Bohrung.
Daraus folgt die Lanzentechnik: Statt das Bauteil nur von außen zu treffen, fährt eine Lanze gezielt in Bohrungen und Durchgangsbohrungen. Sie ist bei Motorblöcken der Regelfall, nicht die Ausnahme — und sie ist der Grund, warum die Werkstückaufnahme hier über das Ergebnis mitentscheidet: Die Lanze muss die Bohrung finden, und zwar bei jedem Teil an derselben Stelle.
Kurbelwellen laufen bei uns über Sonderanlagen. Sie sind lang, unwuchtempfindlich und haben mit Hauptlager-, Hublager- und Ölbohrungen eine Geometrie, für die es keine Standardbauart gibt.
Getriebegehäuse gehören zu den Bauteilen, die uns am häufigsten begegnen — in beiden Kernbereichen. Sie sind innen verzweigt, überwiegend aus Aluminium oder Aluminium-Druckguss gefertigt, und beim Bohren, Fräsen und Gewindeschneiden entstehen die Grate genau dort, wo man mechanisch nicht hinkommt: in Innenkanälen und an Querbohrungsverschneidungen.
Was hier auf dem Spiel steht, ist nicht die Optik. Ein Grat, der sich im Betrieb löst, wandert mit dem Öl durch das Gehäuse. Deshalb ist die Entgratanforderung an Getriebegehäuse regelmäßig eine Sauberkeitsanforderung — und wird auch so geprüft.
Diese Gruppe ist die geometrisch schwierigste. Ventil- und Hydraulikblöcke sind im Kern nichts anderes als ein Materialklotz mit einem Kanalsystem darin — Kreuz- und Querbohrungen, die sich mehrfach schneiden. An jeder Verschneidung entsteht ein Grat, und an keine davon kommt ein Werkzeug heran.
Pumpen-, Turbolader- und Lenkgehäuse folgen derselben Logik: durchströmte Bauteile, deren Funktion an der Sauberkeit des Kanals hängt.
Nutzfahrzeughersteller sind eine eigene Kundengruppe, keine Teilmenge des Pkw-Baus. Die Funktionsgruppen sind dieselben — Motor, Getriebe, Antrieb. Die Auslegung ist es nicht.
Vier Unterschiede, die alle an derselben Stelle ankommen: in der Auslegung. Deshalb rechnen wir eine Nutzfahrzeugkomponente getrennt, statt eine bestehende Auslegung zu übertragen.
Sie sind innen verzweigt, und sie werden überwiegend aus Aluminium oder Aluminium-Druckguss gefertigt. Das ist keine Werkstoffvorliebe, sondern die Realität der modernen Gehäusefertigung — und es erklärt, warum sich Reinigen und Entgraten in dieser Branche so oft berühren. Aluminium zerspant leicht und bricht dabei zäh aus. Der Grat sitzt danach nicht an der Außenkante, sondern im Kanal.
Der Werkstoff ist trotzdem keine Grenze. Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Zinkdruckguss und Kunststoff bearbeiten wir ebenso. Welcher Werkstoff vorliegt, ist einer der Faktoren, die die Auslegung bestimmen — nicht einer, der uns ausschließt.
3 · Welche Anforderungen daraus folgen
Der Folgeprozess ist der Punkt, der am häufigsten unterschätzt wird. Er entscheidet mit über die Wasserqualität — Stadtwasser, enthärtetes Wasser oder DI-Wasser sind hier keine Ausstattungsfrage, sondern eine Folge dessen, was mit dem Bauteil als Nächstes geschieht. Wir legen die Wasseraufbereitung deshalb als Teil der Anlage aus, nicht als Zubehör.
Rückverfolgbarkeit bis auf das einzelne Bauteil ist projektabhängig möglich: Über Barcode- oder DataMatrix-Erkennung lässt sich das Bearbeitungsprogramm je Teil wählen und das Ergebnis je Teil zurückschreiben.
4 · Welche Lösungen darauf antworten
Hohe Stückzahlen gleichartiger Bauteile in der Linie, Takte in der Größenordnung von 20 bis 30 Sekunden. Die Taktzeit stellen wir über die Maschinenlänge ein.
Definierter Serienprozess mit kurzen Takten. Be- und Entladen laufen parallel zur Bearbeitung, die Nebenzeit fällt aus dem Takt.
Wechselndes Teilespektrum, kleine bis mittlere Stückzahlen, mehrere Minuten je Zyklus zulässig. Für Motorblöcke mit Lanzentechnik.
Wenn das Bauteil vollständig eingetaucht werden muss, damit das Medium alle Bereiche sicher erreicht.
Vorreinigung zwischen Bearbeitungsschritten, um lose Späne auszutragen. Kein Ersatz für eine industrielle Feinreinigung.
Eingebrannte Verschmutzungen sind der schwierigste Fall. Wo sie vorkommen, klären wir die Machbarkeit früh — bevor Sie planen.
Ob zusätzlich entgratet werden muss, ist einer der Parameter, die wir bei jeder Reinigungsauslegung ohnehin klären. Fällt die Antwort auf Ja, führt der Weg zum Hochdruck-Wasserstrahlentgraten: Es erreicht die Bohrungen und Innenkanäle, an die mechanische Werkzeuge nicht herankommen. Den Druck legen wir nach der Aufgabe aus, nicht nach Katalog.
Be- und Entladen, Verketten, Puffern, Palettieren: Alle Bauarten liefern wir automatisiert be- und entladen, mit Roboter, Handhabungs- oder Fördertechnik aus eigener Konstruktion.
Und wir liefern Automatisierung auch dann, wenn keine Reinigungs- oder Entgratanlage von uns dabei ist. In der Automobilindustrie haben wir reine Automatisierungsprojekte umgesetzt — Roboter, Rollenbahnen, Kettenförderer und Materialflusslösungen, ohne eigene Prozessanlage in der Linie. Das ist der Unterschied zwischen einem Anlagenbauer, der seine Maschine beschickt, und einem, der Materialfluss beherrscht.
Und darunter gilt: Es gibt keine feste Regel „Bauteil X → Maschine Y“. Welche Bauart die richtige ist, entscheiden Bauteilgeometrie, Verschmutzungsart, Restschmutzanforderung, Stückzahl, Taktzeit, Produktionskonzept, Automatisierungsgrad, Werkstückaufnahme, künftige Erweiterbarkeit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam. Wir rechnen jede Anlage danach, nicht nach Katalog.
5 · Warum beides zusammengehört
Motorblöcke und Getriebegehäuse stehen in beiden Bereichen. Dasselbe Teil, das gereinigt werden muss, ist das Teil, an dem der Grat im Kanal sitzt. Das ist kein Zufall der Zuständigkeit, sondern eine Eigenschaft des Verfahrens: Derselbe Hochdruckstrahl, der den Grat abträgt, spült ihn aus dem Bauteil — sonst bliebe er im Kanal liegen.
Wo die technische Sauberkeit über das hinausgeht, was der Entgratprozess mitliefert, schalten wir eine vollständige Reinigungsanlage nach — ausgelegt auf dasselbe Bauteil, von denselben Konstrukteuren. Das ist der praktische Grund, warum beides bei uns aus einem Haus kommt: Sonst läge die Schnittstelle zwischen Entgraten und Reinigen genau dort, wo das Problem sitzt.
6 · Wo wir abraten
Dazu eine verfahrensbedingte Einschränkung, die Sie kennen sollten: Beim Sprühen entsteht Spritzschatten. Nicht jede Fläche ist erreichbar. Bei komplexen Geometrien mit vielen Sacklöchern liefern Tauchen und Fluten die besseren Ergebnisse.
7 · Wenn das nächste Fahrzeugprojekt kommt
Häufig lässt sich die bestehende Anlage weiter nutzen. Unsere Retrofit-Schwerpunkte liegen auf Steuerungsumbauten, Umbauten und Erweiterungen — nicht auf Komponententausch. Das gilt auch für Anlagen anderer Hersteller.
Vor jedem Retrofit steht eine Bestandsaufnahme vor Ort: Anlage vermessen, fehlende Zeichnungen aufnehmen, Ist-Zustand dokumentieren. Vor dem Angebot, nicht danach.
8 · Wo wir in der Automobilindustrie stehen
Bereits realisiert
Zu unseren Kunden zählen Hersteller von Pkw, Nutzfahrzeugen, Getrieben und Antrieben sowie Automobilzulieferer — darunter Gießereien, Druckguss- und Schmiedebetriebe, die für diese Hersteller fertigen. Das ist keine Zufälligkeit der Akquise, sondern die Folge der Bauteile: Wo innen verzweigte Aluminiumgehäuse in Serie gefertigt werden, entstehen Grate in Innenkanälen und Restschmutz in Bohrungen.
Dieselben Bauteile aus einem anderen Blickwinkel: Die Gehäuse und Blöcke entstehen als Guss- und Druckgussteile — und dieselben Steuerungskomponenten begegnen der Elektronikfertigung.
9 · Lieferumfang