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AutomobilindustrieGroße AbmessungenHohes BauteilgewichtHandhabung und BeschickungManuelle oder automatisierte Beladung

Größe und Gewicht sind kein Zuschlag auf eine bestehende Auslegung: Sie wirken auf Anlagenabmessungen, Traglast, Werkstückaufnahme und Beschickung zugleich.

Große und schwere Bauteile reinigen

1 · Die Herausforderung

Warum Größe und Gewicht eine eigene Auslegung sind

Nicht am Bauteil selbst wird die Aufgabe schwieriger, sondern an allem, was es hält, hebt und bewegt.

Ein größeres Bauteil verlangt andere Anlagenabmessungen — andere Kammer- und Zonengrößen. Ein höheres Gewicht verlangt anderes Handling: Traglast, Werkstückaufnahme und Beschickung. Beide Unterschiede kommen an derselben Stelle an, nämlich in der Auslegung, und keiner von beiden lässt sich dadurch lösen, dass eine vorhandene Auslegung übertragen wird.

Das Gewicht taucht dabei an einer Stelle auf, die mit der Reinigung nichts zu tun hat: bei der Arbeit am Teil. Dass schwere oder ergonomisch ungünstige Arbeiten wegfallen sollen, ist einer der häufigsten Gründe, aus denen in einer Fertigung automatisiert wird — die Frage ist dann nicht, wie gereinigt wird, sondern wer das Bauteil bewegt.

Wo die Bauteilgröße dazu führt, dass keine der Standardbauarten die Aufgabe löst, ist das ein eigener Fall. Die Bauteilgröße steht dabei gleichrangig neben Geometrie, Verschmutzung und Prozessumfeld — sie ist kein Sonderwunsch, sondern eines der Kriterien, an denen sich entscheidet, ob eine Sonderanlage entsteht.

Die Baugröße der Anlage ist am Ende ein Ergebnis, keine Vorgabe: Sie folgt aus Bauteilabmessungen, Gewicht, Stückzahl und Prozessanforderungen und wird projektspezifisch bestimmt. Deshalb beginnt die Klärung bei Ihrem Bauteil und nicht bei einem Anlagenmaß.

2 · Die Engineering-Überlegung

Woran wir die Auslegung festmachen

Fünf von sechzehn Faktoren des Auswahlrahmens sind bei großen und schweren Bauteilen die maßgeblichen. Sie werden gemeinsam betrachtet, nicht nacheinander abgehakt — und keiner von ihnen entscheidet allein.
  • 01

    Bauteilgeometrie

    Die Abmessungen des Bauteils bestimmen die Abmessungen der Anlage mit: Größere Bauteile führen zu anderen Kammer- und Zonengrößen. Das ist keine Skalierung eines bekannten Entwurfs, sondern eine eigene Rechnung — deshalb rechnen wir ein größeres Bauteil getrennt, statt eine bestehende Auslegung zu übertragen.
  • 02

    Werkstückaufnahme

    Ein höheres Bauteilgewicht verlangt anderes Handling: Traglast, Werkstückaufnahme und Beschickung ändern sich gemeinsam. Die Aufnahme trägt das Teil dabei nicht nur — sie hält es im Prozess in der Lage, die das Verfahren voraussetzt, und genau das wird bei zunehmendem Gewicht schwieriger, nicht leichter.
  • 03

    Produktionskonzept und Materialfluss

    Wie ein großes Bauteil in die Anlage und wieder heraus kommt, ist ein eigener Auslegungsgegenstand. Für die Handhabung schwerer Chargen kommen Beladeeinrichtungen infrage; steht die Anlage in einer Linie, entscheidet der vorhandene Materialfluss darüber, wie übergeben wird und an welcher Stelle.
  • 04

    Automatisierungsgrad

    Aus Geometrie, Gewicht, Oberfläche und Lage des Werkstücks ergibt sich, wie gegriffen werden muss — und erst daraus ergeben sich Traglast, Reichweite und Achsanzahl des Roboters. Bei schweren Bauteilen ist deshalb der Griff die erste Frage und nicht der Roboter.
  • 05

    Verschmutzungsart

    Größere Bauteile kommen häufig aus einer anderen Kundengruppe. Nutzfahrzeughersteller etwa sind keine Teilmenge des Pkw-Baus: Neben größeren Abmessungen und höherem Gewicht kommen dort teilweise andere Werkstoffe und andere Verschmutzungen hinzu. Die Werkstoffe wirken auf Medium, Druck und Temperatur, die Verschmutzungen auf Chemie, Einwirkzeit und Verfahrenswahl.
Alle sechzehn Faktoren im Überblick

3 · Die Anlagenkonzepte

Welche Anlagenkonzepte infrage kommen

Größe und Gewicht entscheiden nicht über die Bauart, sondern darüber, was die Bauart leisten muss. Was hier steht, ist der Lösungsraum — welches Konzept es wird, entsteht aus den Faktoren darüber.

Sonderanlagen

Löst keine Standardbauart die Aufgabe — wegen der Bauteilgröße, der Geometrie, der Verschmutzung oder des Prozessumfelds —, kommt eine Sonderanlage infrage. Gebaut haben wir unter anderem Anlagen für Schiffsmotoren; die Baugröße folgt dabei aus Bauteilabmessungen, Gewicht, Stückzahl und Prozessanforderungen.

Kammerreinigungsanlagen

ZK

Geht das Bauteil als Charge in die Anlage und sind mehrere Minuten je Zyklus zulässig, kann eine Kammeranlage sinnvoll sein. Für die Handhabung schwerer Chargen kommt dort ein Beladefahrwagen infrage — beschickt wird manuell oder automatisiert.

Robotik

Muss ein schweres Bauteil gegriffen, umgesetzt oder beschickt werden, kommt Roboterhandling infrage. Traglast und Reichweite ergeben sich dabei aus dem Bauteil; die eigentliche Aufgabe liegt im Griff, in der Erkennung und in der Abstimmung von Bewegung und Anlagensteuerung.

Materialfluss und Fördertechnik

Wie das Bauteil zur Anlage kommt und sie wieder verlässt, gehört bei großen Teilen zur Aufgabe: Fördertechnik, Übergabestationen, Pufferstrecken und Taktabstimmung werden mitgeplant, statt sie der vorhandenen Linie zu überlassen.

Der Grundsatz

Warum „groß und schwer“ keine Anlage vorgibt

Größe und Gewicht sind Anforderungen an die Auslegung, keine Anlagenentscheidung. Sie sagen, dass Abmessungen, Traglast, Aufnahme und Beschickung neu zu rechnen sind — nicht, welche Bauart am Ende steht. Ob daraus eine Kammeranlage mit Beladeeinrichtung, eine Roboterbeschickung oder eine Sonderanlage wird, ergibt sich zusammen mit Verschmutzung, Restschmutzanforderung, Stückzahl, Taktzeit und Materialfluss. Es gibt keine Regel „großes Bauteil, also Anlage Y“. Was Sie hier sehen, ist die Überlegung, nicht ihr Ergebnis.

4 · Was zusätzlich zu bedenken ist

Was über die Anlagengröße hinaus zu klären ist

Drei Punkte, die die Auslegung mitbestimmen, obwohl keiner von ihnen die Reinigung selbst betrifft.
  • 01

    Eine vorhandene Auslegung wird nicht übertragen

    Vier Unterschiede — größere Abmessungen, höheres Gewicht, teilweise andere Werkstoffe, andere Verschmutzungen — kommen alle an derselben Stelle an: in der Auslegung. Deshalb rechnen wir eine größere Komponente getrennt, statt eine bestehende Auslegung zu übertragen. Das ist kein Aufschlag, sondern der Grund, warum die Anlage am Ende passt.
  • 02

    Die Anlagengröße ist ein Ergebnis, keine Vorgabe

    Wie groß eine Anlage ausgelegt werden kann, lässt sich nicht als Maß beantworten: Die Baugröße folgt aus Bauteilabmessungen, Gewicht, Stückzahl und Prozessanforderungen und wird projektspezifisch bestimmt. Ein Maß, das für ein Bauteil gilt, gilt deshalb nicht für das nächste.
  • 03

    Das Gewicht ist auch eine Frage der Arbeit am Teil

    Wer ein schweres Bauteil bewegt, tut das an jedem Takt. Dass schwere oder ergonomisch ungünstige Arbeiten wegfallen sollen, ist deshalb kein Nebenaspekt der Automatisierung, sondern einer ihrer Anlässe — und er gehört in die Klärung, bevor die Beschickung entworfen wird.

Häufige Fragen

Was zu großen und schweren Bauteilen am häufigsten gefragt wird

Wie groß kann eine Reinigungsanlage ausgelegt werden?

Die Baugröße folgt aus Bauteilabmessungen, Gewicht, Stückzahl und Prozessanforderungen und wird projektspezifisch bestimmt. Ein allgemeines Höchstmaß gibt es nicht — gebaut haben wir unter anderem Anlagen für Schiffsmotoren, für Kurbelwellen und für das Auswaschen von Salzkernen, also Aufgaben, für die es keinen Katalog gibt.

Was ändert sich, wenn das Bauteil schwerer wird?

Das Handling. Traglast, Werkstückaufnahme und Beschickung ändern sich gemeinsam, und mit ihnen die Frage, ob manuell oder automatisiert beschickt wird. Aus Geometrie, Gewicht, Oberfläche und Lage des Werkstücks ergibt sich, wie gegriffen werden muss — erst daraus ergeben sich Traglast, Reichweite und Achsanzahl eines Roboters.

Braucht ein großes Bauteil immer eine Sonderanlage?

Nein. Die Bauteilgröße ist eines der Kriterien, an denen sich entscheidet, ob keine Standardbauart mehr trägt — neben Geometrie, Verschmutzung und Prozessumfeld. Wo eine Charge in eine Kammer geht und mehrere Minuten je Zyklus zulässig sind, kann eine Kammeranlage mit entsprechender Beladeeinrichtung die passende Lösung sein.

Warum wird eine größere Komponente getrennt gerechnet?

Weil größere Abmessungen, höheres Gewicht, teilweise andere Werkstoffe und andere Verschmutzungen alle an derselben Stelle ankommen: in der Auslegung. Eine bestehende Auslegung zu übertragen hieße, vier Unterschiede zugleich zu übersehen — deshalb rechnen wir getrennt.

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