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Mehrstufiger ReinigungsprozessProzesskette in einer AnlageVerkettete Fertigung

Reinigen, Spülen, Trocknen reicht nicht für jede Sauberkeitsanforderung — und jede zusätzliche Stufe kostet Takt, Platz und einen eigenen Medienkreis.

Mehrstufige Reinigungsprozesse auslegen

1 · Die Herausforderung

Warum aus drei Prozessschritten mehr werden

Der Grundprozess ist bei fast jeder Anlage derselbe. Was ihn verlängert, kommt nicht aus der Reinigung, sondern aus der Anforderung an das Ergebnis.

Der Grundprozess einer Reinigungsanlage lautet Reinigen, Spülen, Trocknen — projektabhängig erweitert um ein zweites Spülen, ein zweites Trocknen, Abblasen oder Vakuumtrocknung. Was sich zwischen den Anlagen unterscheidet, ist nicht die Reihenfolge, sondern wie das Medium an das Bauteil kommt und wie das Bauteil durch die Anlage läuft.

Eine mehrstufige Kette entsteht, wenn das Ergebnis mit drei Schritten nicht erreicht wird. Sie kann dann etwa lauten: Reinigen, Spülen, Abblasen, Spülen, Trocknen, Vakuumtrocknung, Kühltunnel. Jede dieser Stufen hat einen eigenen Grund, und jede setzt voraus, dass die vorige ihr Ergebnis erreicht hat — eine Kette ist keine Aufzählung, sondern eine Reihenfolge.

Der Aufwand dafür steht nicht im Angebot, sondern in der Anlage: Eine zusätzliche Stufe ist keine Zeile im Angebot, sondern eine Leitung mehr. Eine Linie mit zwei Spülstufen führt jede davon mit eigener Steigleitung und eigenem Absperrventil, dazu die Frischwasserzuführung. Wer eine Stufe ergänzt, ergänzt einen Medienkreis.

Wie viele Stufen möglich sind, hängt deshalb auch an der Bauart. Bei einer Rundtaktanlage ist die Stationszahl baulich festgelegt, die Prozessfolge lässt sich später nicht beliebig erweitern, und die langsamste Station bestimmt den Takt aller anderen. Bei der Durchlaufanlage ist die Zonenzahl freier wählbar. Das ist keine Wertung, sondern der Grund, warum die Stufenfolge vor der Bauart geklärt wird.

2 · Die Engineering-Überlegung

Woran wir die Auslegung festmachen

Sechs von sechzehn Faktoren des Auswahlrahmens sind bei einer mehrstufigen Prozesskette die maßgeblichen. Sie werden gemeinsam betrachtet, nicht nacheinander abgehakt — und keiner von ihnen entscheidet allein.
  • 01

    Restschmutzanforderung

    Wie sauber das Bauteil werden muss, ist der erste Grund für eine zusätzliche Stufe. Ein zweites Spülen hält Medien auseinander — getrennte Behälter verhindern die Vermischung —, und je höher die Anforderung, desto eher wird aus einem Spülgang ein zweiter. Welche Stufen nötig sind, folgt aus der Anforderung und nicht aus der Bauart.
  • 02

    Trocknung

    Wie trocken das Bauteil die Anlage verlassen muss, bestimmt den Aufwand am Ende der Kette: Umluft, Infrarot, Abblasen oder Vakuumtrocknung, projektabhängig ausgelegt. Ultraschall und Vakuumtrocknung sind dabei Optionen, keine Verfahren — eine Option ergänzt ein Verfahren, sie ersetzt es nicht.
  • 03

    Taktzeit

    Jede Stufe kostet Zeit, und nicht jede Bauart verteilt sie gleich. Bei einer Rundtaktanlage bestimmt die langsamste Station den Takt aller anderen; die Aufteilung der Prozessschritte ist dort der entscheidende Auslegungspunkt. Eine Stufe zu ergänzen heißt deshalb nicht automatisch, den Takt zu verlängern — es heißt, ihn neu aufzuteilen.
  • 04

    Wasser und Prozessmedien

    Mehrere Stufen heißen mehrere Medienkreise. Dazu gehören getrennte Behälter, Filtration, Kaskadensysteme und Wasseraufbereitung — und die Frage, welche Wasserqualität an welcher Stelle der Kette nötig ist. Sie hängt an Bauteil, Sauberkeitsanforderung und Folgeprozess, nicht an der Anlagenart.
  • 05

    Produktionskonzept und Materialfluss

    Ob sich die Stufen auf Stationen, auf aufeinanderfolgende Zonen oder auf eine Kammer verteilen, entscheidet die Produktion. Bei der Rundtaktanlage wandert das Werkstück von Station zu Station, bei der Durchlaufanlage durch Zonen, bei der Tauch-Spritzanlage laufen mehrere Verfahren nacheinander in derselben Kammer ab.
  • 06

    Folgeprozess

    Was am Ende der Kette stehen muss, gibt der Schritt danach vor. Ob nach der Reinigung geprüft, geklebt, beschichtet oder lackiert wird, verändert die Anforderung grundlegend — und wo eine definierte Bauteiltemperatur gefordert ist, endet die Kette nicht mit der Trocknung, sondern mit einer Kühlstufe. Was diese Anforderung im Einzelnen bedeutet, ist ein eigener Fall.
Alle sechzehn Faktoren im Überblick

3 · Die Anlagenkonzepte

Welche Anlagenkonzepte infrage kommen

Eine mehrstufige Kette entscheidet nicht über die Bauart, sondern darüber, wie viele Stufen die Bauart aufnehmen muss und wie sie sich verteilen. Was hier steht, ist der Lösungsraum — welches Konzept es wird, entsteht aus den Faktoren darüber.

Tauch-Spritzanlagen

APOLLO

Sollen mehrere Verfahren nacheinander ablaufen, ohne dass umgespannt oder umgesetzt wird, kann eine Tauch-Spritzanlage sinnvoll sein: Die Stufen laufen in derselben Kammer in festgelegter Folge, statt sich auf getrennte Prozesse zu verteilen.

Rundtaktanlagen

RT

Lässt sich die Kette in feste Stationen zerlegen, kommt eine Rundtaktanlage infrage — Be- und Entladen laufen dann parallel zur Bearbeitung. Zwei Punkte gehören zur Entscheidung: Die Stationszahl ist baulich festgelegt, und die langsamste Station bestimmt den Takt aller anderen.

Durchlaufanlagen

ZD

Sind viele Prozessschritte nötig und soll die Reinigung in eine Fertigungslinie eingebunden werden, kann eine Durchlaufanlage sinnvoll sein: aufeinanderfolgende Zonen statt einer Kammer, und die Zonenzahl ist freier wählbar als die Stationszahl eines Rundtakts.

Sonderanlagen

Mehrere Prozessschritte in einer Anlage zu kombinieren, ist bei einer Sonderanlage der Regelfall. Zur Verfügung steht derselbe Baukasten wie in den Standardbauarten — Sprühen, Tauchen, Fluten, Korbreinigung, Lanzentechnik und Trocknung, ergänzt um Ultraschall, Vakuumtrocknung, Filtration, Kaskadensysteme, Schwadenkondensator und Wasseraufbereitung. Welche Bausteine zusammenkommen, ergibt sich aus der Aufgabe.

Trocknung

Die letzten Stufen einer Kette sind meist Trocknungsstufen. Welche davon nötig sind — Umluft, Infrarot, Abblasen oder Vakuumtrocknung —, entscheidet die Trocknungsanforderung; die Vakuumtrocknung kommt insbesondere dort infrage, wo eine konventionelle Trocknung Restfeuchte in Bohrungen und Sacklöchern zurücklassen würde.

Kühltunnel

Verlangt der Folgeprozess eine definierte Bauteiltemperatur, kann ein Kühltunnel die letzte Stufe der Kette sein. Wir bauen und integrieren ihn als Bestandteil von Reinigungs- und Prozessanlagen; er steht dabei nach der Trocknung, nicht neben ihr.

Der Grundsatz

Warum eine mehrstufige Kette keine Bauart vorgibt

Dass eine Prozesskette mehrere Stufen braucht, sagt nichts darüber, welche Bauart die Anlage hat. Es sagt, dass die Stufen irgendwo untergebracht und aufeinander abgestimmt werden müssen — auf Stationen, auf Zonen oder in einer Kammer. Welche Verteilung passt, ergibt sich aus Restschmutzanforderung, Trocknung, Taktzeit, Medienkonzept, Materialfluss und dem Folgeprozess zusammen. Es gibt keine Regel „viele Stufen, also Anlage Y“. Was Sie hier sehen, ist die Überlegung, nicht ihr Ergebnis.

4 · Was zusätzlich zu bedenken ist

Was über die Zahl der Stufen hinaus zu klären ist

Drei Punkte, die die Auslegung mitbestimmen, obwohl keiner von ihnen eine einzelne Stufe betrifft.
  • 01

    Die Reihenfolge ist keine Aufzählung

    Eine Kette wie Reinigen, Spülen, Abblasen, Spülen, Trocknen, Vakuumtrocknung, Kühltunnel lässt sich nicht umstellen und nicht kürzen, ohne dass sich das Ergebnis ändert: Jede Stufe setzt voraus, dass die vorige ihr Ergebnis erreicht hat. Deshalb wird die Folge festgelegt, bevor die Anlage entworfen wird, und nicht danach.
  • 02

    Eine zusätzliche Stufe ist eine Leitung mehr

    Was als eine Zeile in der Aufgabenstellung steht, steht in der Anlage als eigener Medienkreis: Steigleitung, Absperrventil, Zuführung, Pflege des Mediums. Eine Stufe zu ergänzen ist deshalb eine Auslegungsentscheidung und keine Ergänzung im Angebot.
  • 03

    Eine Kette endet nicht am Anlagengehäuse

    In einem realisierten Projekt für Aluminium-Zylinderköpfe reichte der Ablauf vom Aufnehmen des Rohteils bis zur Übergabe an eine vorhandene Prüfstation — sieben Schritte in einem Ablauf, darunter Roboterhandling, Tauch-Spritzverfahren, Spülstufe, Fördertechnik, Vakuumtrocknung und Kühltunnel. Die Prüfstation selbst kam nicht von uns; die Aufgabe war die Schnittstelle zu ihr.

Häufige Fragen

Was zur mehrstufigen Prozesskette am häufigsten gefragt wird

Wie sieht eine mehrstufige Reinigungskette aus?

Der Grundprozess lautet Reinigen, Spülen, Trocknen. Projektabhängig kommen ein zweites Spülen, ein zweites Trocknen, Abblasen oder Vakuumtrocknung hinzu. Eine erweiterte Kette kann etwa lauten: Reinigen, Spülen, Abblasen, Spülen, Trocknen, Vakuumtrocknung, Kühltunnel. Welche Stufen es im konkreten Fall werden, folgt aus der Anforderung an das Ergebnis.

Warum reicht Reinigen, Spülen, Trocknen nicht immer aus?

Weil der Zustand am Ende mehr umfassen kann als Sauberkeit. Eine hohe Restschmutzanforderung kann ein zweites Spülen nötig machen, eine hohe Trocknungsanforderung ein Abblasen oder eine Vakuumtrocknung, und ein Folgeprozess mit definierter Bauteiltemperatur eine Kühlstufe. Jede dieser Stufen kommt aus einer Anforderung, nicht aus der Anlage.

Lassen sich alle Stufen in einer Anlage unterbringen?

Bei einer Sonderanlage ist genau das der Regelfall — zur Verfügung steht derselbe Baukasten wie in den Standardbauarten. Bei den Standardbauarten hängt es an der Bauart: Die Stationszahl einer Rundtaktanlage ist baulich festgelegt, die Zonenzahl einer Durchlaufanlage ist freier wählbar. Deshalb wird die Stufenfolge geklärt, bevor die Bauart feststeht.

Was bedeutet eine zusätzliche Prozessstufe für die Anlage?

Einen eigenen Medienkreis. Eine zusätzliche Stufe ist keine Zeile im Angebot, sondern eine Leitung mehr — mit eigener Steigleitung, eigenem Absperrventil und eigener Zuführung. Dazu kommt der Platz in der Anlage und die Wirkung auf den Takt, die je nach Bauart unterschiedlich ausfällt.

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