Auf der Anlage sollen nicht ein Bauteil laufen, sondern mehrere Varianten — und die entscheidende Frage ist nicht, wie viele, sondern was sie gemeinsam haben.
Mehrere Bauteilvarianten auf einer Anlage reinigen
1 · Die Herausforderung
Warum mehrere Bauteilvarianten eine eigene Aufgabenstellung sind
Eine Anlage, auf der mehrere unterschiedliche Bauteile laufen sollen, wird nicht dadurch möglich, dass sie größer wird. Sie wird dadurch möglich, dass Werkstückaufnahme, Bauteilpositionierung, Prozessstationen, Düsen- und Prozessauslegung sowie Programm- und Taktstrategie auf ein definiertes Teilespektrum ausgelegt werden. Identische Teile sind damit ausdrücklich nicht gemeint.
Wie viele unterschiedliche Bauteile auf einer Anlage verarbeitet werden können, lässt sich nicht pauschal an einer Zahl festmachen. Entscheidend sind die Gemeinsamkeiten der Bauteile und die Möglichkeiten, Werkstückträger, Greifer, Programme, Prozessparameter und gegebenenfalls Werkzeug- oder Aufnahmewechsel entsprechend auszulegen.
Damit ist die Frage nach dem Teilespektrum eine andere als die nach der Stückzahl. Wie viele Teile pro Zeiteinheit verarbeitet werden müssen, ist eine Frage an Takt und Durchsatz; wie viele unterschiedliche Bauteile gemeinsam laufen sollen, ist eine Frage an Aufnahme, Programm und Prozessauslegung. In der Produktion überlagern sich beide, in der Auslegung trennen sie sich.
Beantwortet wird die Frage nicht im Betrieb, sondern in der Planung: Welche Bauteile gemeinsam über eine Anlage laufen können, legen wir bereits bei der Anlagenplanung fest. Wechselt Ihr Teilespektrum dagegen laufend und unvorhersehbar, spricht das gegen eine Bauart mit festgelegtem Spektrum — und das sagen wir Ihnen im Gespräch auch so.
2 · Die Engineering-Überlegung
Woran wir die Auslegung festmachen
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Bauteilgeometrie
Entscheidend sind die Gemeinsamkeiten der Bauteile. Varianten, die sich in Aufnahmepunkten, Abmessungen und den zu reinigenden Bereichen ähneln, lassen sich eher gemeinsam auslegen als Bauteile, die kaum etwas teilen. Deshalb beginnt die Klärung nicht bei der Zahl der Varianten, sondern bei dem, was sie voneinander unterscheidet. - 02
Werkstückaufnahme
Der Werkstückträger ist der wesentliche Bestandteil: Er lässt sich — abhängig von Bauteilgeometrie und Prozessanforderungen — gezielt so konstruieren, dass er mehrere unterschiedliche Bauteile oder Varianten aufnimmt. Dasselbe gilt für Greifer. Wachsen die Unterschiede, kommen Greifer-, Werkzeug- oder Werkstückträgerwechsel infrage. - 03
Teileorientierung
Mehrere Varianten heißen oft mehrere definierte Aufnahmepositionen auf einem Werkstückträger. Die Lage jedes Bauteils wird dabei von uns als Teil der Prozessauslegung bestimmt — nach Düsenzugänglichkeit, Spritzschatten, Ablauf des Mediums und den Voraussetzungen für die Trocknung. Was für die eine Variante die günstige Lage ist, muss es für die nächste nicht sein. - 04
Produktionskonzept und Materialfluss
Mehrere Varianten wirken auf den Ablauf: angepasste Transport- und Taktstrategie, entsprechend ausgelegte Prozessstationen, unterschiedliche Programm- und Rezeptauswahl, gegebenenfalls Bauteilerkennung oder Umstellmöglichkeiten. Keine dieser Funktionen steckt automatisch in jeder Anlage — es sind Mittel der projektspezifischen Auslegung. - 05
Stückzahl
Wie viele Teile pro Zeiteinheit verarbeitet werden müssen, ist eine eigene Frage und gehört in dieselbe Auslegung — aber nicht in denselben Satz. Sie entscheidet zusammen mit der Taktzeit darüber, welche Bauart überhaupt trägt; das Teilespektrum entscheidet darüber, was innerhalb dieser Bauart gemeinsam laufen kann. - 06
Zukünftige Erweiterbarkeit
Welche Varianten später dazukommen sollen, gehört in die Anlagenplanung und nicht in ein späteres Gespräch. Sieht das nächste Teil anders aus, entscheidet sich hier, ob die Anlage mitgeht oder umgebaut werden muss — und dieser Punkt liegt vor der Konstruktion, nicht nach ihr.
3 · Die Anlagenkonzepte
Welche Anlagenkonzepte infrage kommen
Durchlaufanlagen
ZDEine Durchlaufanlage ist auf ein definiertes Teilespektrum ausgelegt; mehrere Varianten sind je nach Auslegung möglich, ein beliebiger Wechsel nicht. Steht das Spektrum bei der Anlagenplanung fest und geht es um durchgehenden Fluss in einer Linie, kann sie sinnvoll sein.
Kammerreinigungsanlagen
ZKWechselt das Teilespektrum laufend und unvorhersehbar, kommt die Kammeranlage infrage: Ihr Argument ist Flexibilität — wechselnde, auch komplexere Werkstücke bei kleinen bis mittleren Stückzahlen. Bezahlt wird sie mit Taktzeit, und das ist kein Nachteil, sondern ihr Preis.
Rundtaktanlagen
RTDer Rundtakt gewinnt seine Zeit, indem Be- und Entladen parallel zur Bearbeitung laufen. Wer sein Teilespektrum laufend wechselt, kommt mit ihm weiter als mit dem Durchlauf; die Stationszahl ist dafür baulich festgelegt.
Robotik
Sollen mehrere Varianten gegriffen und übergeben werden, kommt Roboterhandling infrage — der Griff entsteht dann aus Geometrie, Gewicht, Oberfläche und Lage des jeweiligen Werkstücks. Bildverarbeitung wird dabei geprüft, nicht vorausgesetzt: Wo sich die Teilelage mechanisch definieren lässt, braucht es sie nicht.
Der Grundsatz
Warum Variantenvielfalt keine Bauart vorgibt
Dass mehrere Bauteile gemeinsam laufen sollen, sagt nichts darüber, welche Bauart die Anlage hat. Es sagt, dass Werkstückträger, Greifer, Programme und Prozessparameter darauf ausgelegt sein müssen — und dass festzulegen ist, welche Bauteile das gemeinsame Spektrum bilden. Ob daraus ein Durchlauf, ein Rundtakt oder eine Kammer wird, ergibt sich zusammen mit Stückzahl, Taktzeit, Materialfluss und Automatisierungsgrad. Es gibt keine Regel „viele Varianten, also Anlage Y“. Was Sie hier sehen, ist die Überlegung, nicht ihr Ergebnis.
4 · Was zusätzlich zu bedenken ist
Was über die Variantenzahl hinaus zu klären ist
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Es gibt keine Zahl
Eine Obergrenze für die Zahl der Varianten lässt sich nicht angeben, und eine Richtzahl wäre irreführend. Was zählt, sind die Gemeinsamkeiten der Bauteile und die Mittel, mit denen sich Aufnahme, Greifer, Programme und Prozessparameter darauf auslegen lassen. Zwei Anlagen mit derselben Variantenzahl können deshalb völlig verschieden aufwendig sein. - 02
Das Teilespektrum steht in der Planung fest, nicht im Betrieb
Welche Bauteile gemeinsam über eine Anlage laufen können, wird bei der Anlagenplanung festgelegt. Das ist keine Einschränkung, die man später aufhebt, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Auslegung überhaupt greift — Aufnahme, Düsenpositionen und Programme entstehen für ein benanntes Spektrum. - 03
„Beliebige Bauteile“ gibt es nicht
Eine Anlage, auf der beliebige Bauteile laufen, existiert nicht. Möglich ist ein definiertes Spektrum — je nach Auslegung auch ein breites. Wer diese Unterscheidung überspringt, plant eine Anlage, die entweder zu eng oder zu teuer ist.
Häufige Fragen
Was zum Teilespektrum am häufigsten gefragt wird
Wie viele verschiedene Bauteile kann eine Reinigungsanlage verarbeiten?
Was ist ein definiertes Teilespektrum?
Was ist der Unterschied zwischen hoher Stückzahl und mehreren Varianten?
Was passiert, wenn später eine neue Variante dazukommt?
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